Rollenspiele

Zwei Jahre Patreon – ein persönliches Resümee

Zwei Jahre Patreon.

Das ist ein guter Zeitpunkt, um kurz innezuhalten und ehrlich zurückzublicken.

Als ich diesen Auftritt gestartet habe, war die Idee vergleichsweise schlicht. Ich wollte meinen eigenen Rollenspielabenteuern, ebenso wie Ergänzungen, Varianten und Gedankenspiele zu bestehenden Systemen und Abenteuern ein Zuhause geben.

Ich muss gestehen, ich bin ein kleiner Messie. Auch nach Ende einer langjährigen Kampagne, kann ich mich schwer von den vielen Notizen trennen. Ich denke mir oft, ach, die kann ich sicher mal verwenden. Doch selbst macht man das gar nicht so oft. Jetzt sind sie auch für andere nutzbar. In dieser Hinsicht hat Patreon genau das erfüllt, was ich mir erhofft habe. Meine kleinen Ideen haben einen Rahmen gefunden, eine Struktur, einen festen Platz.

Gleichzeitig muss ich gestehen, die Resonanz ist dabei leider geringer ausgefallen, als ich es mir ursprünglich vorgestellt habe. Man fragt sich unweigerlich, wie viel von dem eigenen Enthusiasmus, der eigenen Zeit und Energie bei anderen tatsächlich ankommt. Das ist kein Vorwurf, sondern eine nüchterne Feststellung und vermutlich eine Erfahrung, die viele Kreative teilen.

Was ich ebenfalls unterschätzt habe, ist der Aufwand. Nicht das Schreiben an sich, sondern das Aufbereiten. Ein Abenteuer zu leiten, ist eine Sache. Es so zu strukturieren, zu erklären und zu abstrahieren, dass andere Spielleiter*innen damit etwas anfangen können, ist eine ganz andere Sache. Gruppenspezifische Elemente sind zu entfernen, improvisierte Lösungen in klare Strukturen zu überführen, lose Ideen in spielbare Texte zu verwandeln. All das kostet deutlich mehr Zeit, als ich erwartet hatte.

Dabei liegt das eigentliche Material längst bereit. Mein Archiv ist voll, vielleicht sogar übervoll. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bisher kaum an der Oberfläche dessen gekratzt, was sich über Jahre, bzw. mittlerweile sogar Jahrzehnte angesammelt hat. Und selbst mit bestem Willen wird dieses Archiv vermutlich nie vollständig umgesetzt werden. Schritt für Schritt ist hier nicht nur eine Floskel, sondern die einzig realistische Herangehensweise. Derzeit erschaffe ich mehr Material für meine eigenen Spielgruppen, als ich hier präsentieren kann.

Ursprünglich war mein Plan, wöchentlich ein Abenteuer zu veröffentlichen. Immerhin spiele ich zwei- bis dreimal pro Woche Abenteuer. In der Praxis hat sich schnell gezeigt, dass dieser Rhythmus nicht haltbar ist, zumindest nicht, wenn die Inhalte mehr sein sollen als bloße Notizen. Realistisch ist eher ein Abenteuer pro Monat, manchmal auch weniger. Dazu gibt es andere Texte und Handouts.

Denn trotz aller Einschränkungen, Zweifel und Korrekturen der eigenen Erwartungen: Ich werde dranbleiben. Patreon bleibt für mich auch ein Motivator, damit ich etwas mache, etwas von meinem Archiv der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle. Nicht alles muss vollständig sein, nicht alles muss perfekt sein, aber es darf wachsen.

Danke an alle, die diesen Weg bisher begleitet haben und an jene, die vielleicht noch dazustoßen werden.

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