
Verschiedene fremde Abenteurer*innen wurden vom Nebel verschlungen. Erst ein fahler Lichtschein führte sie zum Lager einer Vistani-Familie. Dort empfing sie die Wahrsagerin Madame Eva. Ihre Karten warnten vor mächtigen Feind*innen, Verrat und großem Leid. Zugleich kündigten sie unerwartete Stärke, den Namen Lysandra und ein Licht an, das dort zu finden sei, wo das Heilige bereits zu Staub zerfallen war.
Nachdem die Vistani weitergezogen waren, banden sich die Gefährt*innen mit Seilen aneinander und betraten erneut den Nebel. Dieser brachte sie auf einen Friedhof mitten in einem tropischen Dschungel. In der Nähe lagen ein Strand und ein Dorf aus hölzernen Hütten. Im Grab einer Frau namens Lysandra entdeckten sie ein verkohltes schwarzes Herz, das noch immer schlug. Magie konnte sein Geheimnis nicht enthüllen, weshalb sie es mitnahmen.
Am Strand griffen groteske Entenwesen Rowan an und rissen ihr einen Arm ab. Zwar konnte sie die Kreaturen vernichten, doch nun war klar, dass auf dieser Insel etwas Menschen und Tiere auf unnatürliche Weise miteinander verband.

Die Bewohner*innen des nahen Dorfes nannten solche Kreaturen die Gebrochenen. Sie selbst waren Überlebende zahlreicher Schiffbrüche und bauten aus den Resten ihrer Schiffe ein neues Boot. Für die Flucht fehlte ihnen jedoch brauchbares Segeltuch. Um Rowan zu helfen, führte man die Gruppe zu einem Arzt im Dschungel. Doktor Fran bot an, ihr den konservierten Arm eines Elfen anzunähen. Die Operation gelang.
Während Rowan sich erholte, entdeckten ihre Gefährt*innen ein geheimes Labor. Der Arzt hieß in Wahrheit Frantisek Markov. Die Gebrochenen waren keine Opfer einer Krankheit, sondern seine Schöpfungen. Er verwandelte Tiere in menschenähnliche Wesen und benutzte auch Schiffbrüchige für seine Experimente.
In der Nacht folgte die Gruppe Markov zu einer Siedlung der Gebrochenen, die ihn als „Geber des Schmerzes“ verehrten. Als der Doktor seine Verfolger*innen bemerkte, mussten sie fliehen. In einem verlassenen Kloster fanden sie den angekündigten Lichtsplitter zwischen den Trümmern eines zerstörten Heiligtums. Unter der Ruine entdeckten sie außerdem ein Gewölbe, in dem sich einst jemand den eigenen Arm abgetrennt hatte, um einer Falle zu entkommen. Dieser Arm war offenbar später in Markovs Besitz gelangt und nun mit Rowan verbunden.
Ein Wandbild zeigte zudem eine weiß gekleidete Gestalt mit grünen Händen, die einen Sturm beschwor. Die Abenteurer*innen vermuteten, dass Markov selbst Schiffe an seiner Insel zerschellen ließ, um neue Versuchspersonen zu erhalten. Ein junger Gebrochener führte die Gruppe zu Akanga, dem Anführer der Rebellen. Er erklärte, dass Markov bereits mehrfach getötet worden war. Doch selbst nachdem man ihn zerstückelt und verbrannt hatte, war er nach wenigen Tagen zurückgekehrt. Das Land selbst ließ seinen Herrscher nicht sterben. Markov beherrschte überdies die Stürme um die Insel. Nur unmittelbar nach seinem Tod bestand eine Chance zur Flucht.
Im Kloster der verlorenen Seelen erfuhren die Abenteurerinnen schließlich den Namen der Insel: Markovia. Die dortigen Mönche bewachten den Tisch des Lebens, ein Artefakt, das Sterbende retten konnte. Viele der Wächterinnen waren inzwischen selbst untot. Der Lichtsplitter bereitete ihnen große Schmerzen und besaß offenbar besondere Macht gegen solche Wesen. Die Mönche wollten Markov nicht bekämpfen, überließen der Gruppe aber festes Segeltuch. Damit konnte das Schiff der Gestrandeten fertiggestellt werden.
Vor der Abfahrt legten die Abenteurer*innen Markov einen Hinterhalt. Der Doktor offenbarte einen monströsen, affenartigen Körper, denn er hatte auch an sich selbst experimentiert. Nach einem kurzen und brutalen Kampf gelang es der Gruppe, ihn zu töten. Da niemand wusste, ob er auch ohne seine Überreste zurückkehren konnte, nahmen sie seine konservierte Leiche mit an Bord. Noch in derselben Nacht lief das Schiff aus. Der gefürchtete Sturm blieb aus, und Markovia verschwand am Horizont.
Während der Fahrt begann Rowans neuer Arm, fremde Magie zu entwickeln. Dann kroch erneut schwarzer Nebel über das Meer und verschluckte die Sterne. Die Abenteurer*innen hatten Markovia verlassen. Dem Nebel waren sie jedoch noch nicht entkommen.
Meisterkommentar
Bei einem Abenteuer mit vielen Schauplätzen, NSC und möglichen Entscheidungen ist es immer schwierig, den vorgesehenen zeitlichen Rahmen einzuhalten. Gerade im Rollenspiel entwickeln sich Gespräche, Nachforschungen oder Kämpfe oft ausführlicher als geplant. Hinzu kommt, dass die Spieler*innen immer auch eigenen Spuren folgen oder unerwartete Lösungen ausprobieren.
Trotzdem ist ein klarer zeitlicher Rahmen sinnvoll. Er hilft dabei, die Handlung zu strukturieren, wichtige Wendepunkte rechtzeitig vorzubereiten und den Spannungsbogen bis zum Finale aufrechtzuerhalten. Ohne eine solche Orientierung besteht die Gefahr, dass sich einzelne Szenen zu lange hinziehen. Ein Zeitplan sollte dabei jedoch nicht als starres Korsett verstanden werden. Sinnvoller ist es, zwischen wichtigen Schlüsselszenen und optionalen Begegnungen zu unterscheiden.
Bei diesem Spieltabend ist es mir durchaus gelungen, die wichtigsten Aspekte Markovias innerhalb der verfügbaren Zeit einzubringen. Die Gebrochenen, das Dorf der Schiffbrüchigen, die beiden Klöster, Akanga und die gescheiterten Fluchtversuche vermittelten ein umfassendes Bild der Domäne. Besonders schön war, auch den Darklord Frantisek Markov persönlich auftreten zu lassen und ihn nicht nur durch Gerüchte oder seine Schöpfungen anzudeuten. Seine Experimente, seine Macht über die Insel und die direkte Konfrontation mit ihm machten den zentralen Konflikt Markovias für die Spieler*innen unmittelbar erlebbar.
Information
Wir verwenden die Regeln von Dungeons & Dragons 5. Edition. Das Abenteuer basiert auf einer sehr alten Ravenloft Kampage von mir und wurde von mir für die Sommernkampagne 2026 überarbeitet. Die Abenteuergruppe bestand aus der Schattenfee-Artifizientin Sena Arkanthal, der feuergenasischen Bardin Aelyn, der felsengnomischen Waldläuferin Oda Beren, dem tieflingischen Hexenmeister Andras Patientia und der mondelfischen Halbelfe und Myrkul-Klerikerin Rowan Ebenholz.
